Die vereinfachte Formel
Grundsätzlich ergibt sich der jährliche Stromverbrauch aus der benötigten Nutzwärme geteilt durch die saisonale Effizienz des Systems. Benötigt ein Gebäude beispielsweise 18.000 kWh Wärme pro Heizsaison und arbeitet das System mit einem SCOP von 3,6, ergibt sich theoretisch ein Stromverbrauch von rund 5.000 kWh. In der Praxis kommen Warmwasser, Abtauvorgänge, Hilfspumpen und das Nutzerverhalten hinzu.
Warum zwei gleich große Häuser sehr unterschiedlich verbrauchen können
Ein gut gedämmtes Haus mit 150 m² kann einen deutlich geringeren Wärmebedarf haben als ein älteres Gebäude gleicher Größe. Beheiztes Volumen, Dämmung, Luftundichtigkeiten, Raumtemperatur und Außenauslegungstemperatur verändern das Ergebnis erheblich. Eine einfache Regel „X kW pro Y m²“ reicht daher weder zur Dimensionierung noch zur Verbrauchsschätzung.
Die Vorlauftemperatur ist entscheidend
Eine Fußbodenheizung arbeitet normalerweise mit niedrigeren Wassertemperaturen und ermöglicht einen effizienteren Wärmepumpenbetrieb. Klassische Heizkörper können insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen höhere Vorlauftemperaturen benötigen. Die Fähigkeit einer Wärmepumpe, sehr heißes Wasser zu erzeugen, bedeutet nicht, dass Dauerbetrieb bei Maximaltemperatur besonders effizient ist.
Stromverbrauch für Warmwasser
Die Warmwasserbereitung ist vom Heizenergiebedarf zu trennen. Personenzahl, Speichervolumen, Solltemperatur und täglicher Warmwasserverbrauch beeinflussen den Energiebedarf. Der ECO-TEC Rechner berücksichtigt diesen Anteil separat.
Wärmepumpe und Photovoltaik
Photovoltaik kann den Netzbezug reduzieren, Jahreswerte müssen jedoch sorgfältig interpretiert werden. Die höchste PV-Produktion liegt im Sommer, während die Wärmepumpe im Winter am meisten Strom benötigt. Gleiche Jahres-kWh bedeuten deshalb nicht automatisch eine Nullrechnung. Eigenverbrauch, Vergütung und Speicher spielen eine wichtige Rolle.
Warum der ECO-TEC Rechner einen Bereich anzeigt
Eine seriöse Schätzung sollte keine Genauigkeit vortäuschen, die die Eingabedaten nicht liefern können. Der Rechner kombiniert die ermittelte Heizlast, äquivalente Betriebsstunden und einen orientierenden SCOP-Bereich des gewählten Wärmeabgabesystems. Das Ergebnis eignet sich zur Orientierung und Budgetplanung, ersetzt aber keine detaillierte Energieanalyse.
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