Einphasige oder dreiphasige Wärmepumpe: Die richtige Stromversorgung
Kurzantwort: Die Entscheidung zwischen einphasiger und dreiphasiger Versorgung darf nicht allein anhand der angegebenen Heizleistung getroffen werden. Zu prüfen sind die maximale elektrische Leistungsaufnahme, der maximale Strom, eine elektrische Zusatzheizung, der Anschlussplan des Herstellers und die am Gebäude verfügbare Anschlussleistung.
Heizleistung ist nicht elektrische Leistungsaufnahme
Eine Wärmepumpe kann mehr Kilowatt Wärme bereitstellen, als sie an elektrischer Leistung aufnimmt, weil sie Energie aus der Umgebung in die Anlage überträgt.
Eine Wärmepumpe mit 12 kW Heizleistung benötigt deshalb nicht automatisch 12 kW elektrische Leistung. Schutzorgane dürfen nicht allein nach der nominalen Heizleistung bemessen werden.
Was bedeutet einphasige Stromversorgung?
Bei einer einphasigen Versorgung ist die Hauptlast an eine Phase angeschlossen. In Rumänien beträgt die übliche Nennspannung etwa 230 V.
Bei gleicher elektrischer Leistung kann der Strom auf einer einzelnen Phase erheblich sein. Deshalb müssen die genehmigte Anschlussleistung und die Auslegung des Stromkreises geprüft werden.
Was bedeutet dreiphasige Stromversorgung?
In einer dreiphasigen Anlage kann die Last auf drei Phasen verteilt werden. Dafür ausgelegte Geräte nutzen üblicherweise ein Netz mit etwa 400 V zwischen den Phasen.
Der praktische Vorteil liegt in der gleichmäßigeren Verteilung der verfügbaren elektrischen Leistung, besonders bei größeren Geräten und Lasten.
Warum nicht nach der thermischen kW-Angabe auswählen?
Heizleistung, Stromverbrauch des Verdichters und maximale elektrische Leistungsaufnahme des gesamten Geräts sind unterschiedliche Größen.
Bei der Prüfung der Stromversorgung sind mindestens zu berücksichtigen:
- maximale elektrische Leistungsaufnahme;
- maximaler Betriebsstrom;
- die vom Hersteller angegebenen Kenndaten;
- eine gegebenenfalls vorhandene elektrische Zusatzheizung;
- Pumpen und Zubehör am selben Verteiler;
- die insgesamt im Gebäude verfügbare Leistung.
Die elektrische Zusatzheizung kann entscheidend sein
Viele Systeme besitzen eine integrierte oder externe elektrische Zusatzheizung. Sie kann eine erhebliche Last darstellen und muss bei der Elektroplanung berücksichtigt werden.
Auch wenn der Verdichter im Normalbetrieb relativ wenig Strom verbraucht, darf die Versorgung nicht allein für die durchschnittliche Leistungsaufnahme dimensioniert werden.
Welche weiteren Stromverbraucher gibt es im Haus?
Eine korrekte Betrachtung umfasst mehr als die Wärmepumpe. Elektrokochfeld, Backofen, Warmwasserbereiter, Ladeeinrichtung für ein Elektroauto, Klimaanlage und weitere Verbraucher können gleichzeitig laufen.
Die verfügbare Anschlussleistung und das Lastmanagement können ebenso wichtig sein wie die Geräteeigenschaften.
Ist dreiphasig immer besser?
Nicht unbedingt. Ist die gewählte Wärmepumpe für einphasigen Anschluss ausgelegt und die Elektroinstallation ausreichend dimensioniert, kann dies eine vollkommen geeignete Lösung sein.
Dreiphasige Versorgung ist besonders bei höheren elektrischen Lasten oder einer gleichmäßigeren Lastverteilung im Gebäude sinnvoll.
Kann eine einphasige Wärmepumpe einfach auf dreiphasig umgerüstet werden?
Nein. Die Anschlussart ist eine Geräteeigenschaft und der Schaltplan des Herstellers ist einzuhalten. Die interne Stromversorgung des Geräts darf nicht eigenmächtig verändert werden.
Kann man Kabel und Sicherung nach einer Faustregel auswählen?
Nein. Leiterquerschnitt und Schutzorgane hängen von Stromstärke, Leitungslänge, Verlegeart, Temperatur, Spannungsfall, Geräteeigenschaften und geltenden Vorschriften ab.
Die endgültigen Werte muss ein Fachplaner oder zugelassener Elektriker anhand der Gerätedokumentation festlegen.
Was bedeutet das für ein bestehendes Haus?
Bei einer Modernisierung sollte der vorhandene Stromanschluss vor der Gerätebestellung geprüft werden. Manchmal eignet sich die Heizung für eine Wärmepumpe, doch die verfügbare Anschlussleistung oder der Verteiler müssen angepasst werden.
Die frühzeitige Prüfung verhindert, dass das Gerät geliefert wird, bevor die erforderliche Stromversorgung bereitsteht.
Müssen die Anlaufströme des Verdichters berücksichtigt werden?
Es gelten die elektrischen Kennwerte und Vorgaben des Herstellers für das konkrete Modell. Moderne Invertergeräte dürfen nicht anhand vereinfachter Faustregeln für andere Motortypen beurteilt werden.
Stromkreis und Schutzorgane sind nach der technischen Dokumentation und den Installationsbedingungen auszulegen.
Was sollte ich vor der Bestellung prüfen?
- ob das Haus ein- oder dreiphasig versorgt wird;
- die genehmigte verfügbare Anschlussleistung;
- das vorhandene Hauptschutzorgan;
- die vom Hersteller angegebene maximale Leistung und Stromstärke;
- die Leistung der elektrischen Zusatzheizung;
- weitere größere Stromverbraucher;
- ob eine Erhöhung der Anschlussleistung erforderlich ist.
Häufig gestellte Fragen
Verbraucht eine 12-kW-Wärmepumpe 12 kW Strom?
Nein. Die 12 kW können die abgegebene Heizleistung bezeichnen. Die elektrische Leistungsaufnahme ist separat den technischen Daten des Modells zu entnehmen.
Verbraucht eine dreiphasige Wärmepumpe weniger Strom?
Die Phasenanzahl allein bestimmt nicht die Effizienz. Diese hängt vom Verdichter, den Betriebsbedingungen, den Anlagentemperaturen und der Geräteleistung ab.
Kann ich eine große Wärmepumpe einphasig betreiben?
Nur wenn das Modell für einphasigen Anschluss ausgelegt ist und die Elektroinstallation die erforderliche Leistung und Stromstärke sicher bereitstellen kann.
Weitere Informationen: der umfassende ECO-TEC-Ratgeber und verfügbare Wärmepumpen.